Immer mehr Menschen fragen ChatGPT oder Perplexity, bevor sie googeln. Ob deine Marke in diesen Antworten auftaucht, siehst du in keinem klassischen Analytics-Tool. KI-Sichtbarkeit lässt sich aber messen: mit Modulen großer Monitoring-Anbieter oder mit spezialisierten Tools. Oben stehen die Tools, bei denen diese Funktion laut Anbieter belegt ist. Hier unten liest du, was die Tools messen, wo die Messung an Grenzen stößt und worin sich Suiten und Spezial-Tools unterscheiden. Alle Angaben stammen von den Anbieterseiten, Stand Oktober 2026. Unser Urteil vorweg: Die Funktion ist jung, die Zahlen schwanken, und belastbar wird sie erst als Trend über Wochen.
Was ist KI-Sichtbarkeit?
KI-Sichtbarkeit ist der Anteil der Antworten von Sprachmodellen wie ChatGPT, Gemini, Perplexity oder Claude, in denen deine Marke vorkommt, samt der Frage, in welchem Ton und mit welchen Quellen. Im Englischen heißt das AI Visibility oder LLM Visibility.
Der Unterschied zur Google-Sichtbarkeit liegt im Format. Eine Suchmaschine zeigt dir eine Liste mit Plätzen, ein Assistent schreibt einen Absatz und nennt darin vielleicht drei Anbieter. Wer dort fehlt, fehlt ganz.
Generative Engine Optimization, kurz GEO, ist der Versuch, diese Sichtbarkeit zu verbessern. Diese Seite behandelt nur die Messung. Für die Optimierung gibt Google selbst eine nüchterne Einordnung: Laut Google Search Central gibt es für AI Overviews und AI Mode „no additional requirements“ und keine speziellen Optimierungen, die nötig wären. Eine Seite muss indexiert sein und mit Snippet in der Suche erscheinen dürfen.
Für Kommunikationsteams ist KI-Sichtbarkeit die Verlängerung von Social Listening. Neben dem, was Menschen über dich schreiben, beobachtest du jetzt auch, was Maschinen über dich antworten. Die Grundlagen dazu erklärt unser Ratgeber Was ist Social Listening?.
Tools messen die KI-Sichtbarkeit, indem sie eine Sammlung von Prompts regelmäßig an mehrere Sprachmodelle schicken und die Antworten auswerten. Gezählt wird, ob deine Marke vorkommt, an welcher Stelle, neben welchen Wettbewerbern, in welcher Tonalität und mit welchen zitierten Quellen. Dieses Verfahren heißt auch AI Search Monitoring.
Wer die KI-Sichtbarkeit messen will, sollte auf drei Stellschrauben schauen, und die Anbieter lösen sie unterschiedlich:
| Frage | Beispiel laut Anbieter |
|---|
| Woher kommen die Prompts? | pressrelations: eigene Prompt-Bibliothek; Sprinklr: Prompts aus echten Kundengesprächen |
| Wie oft wird gemessen? | pressrelations: jeder Prompt täglich; Planable: Werte für den Vormonat |
| Was wird ausgewiesen? | Hootsuite: Erwähnungen, Position, Share of Voice, Sentiment; Cision: Nennungen, Sentiment, Quellen |
Sprinklr formuliert den eigenen Ansatz so: „Sprinklr builds prompts from real customer conversations.“ pressrelations schreibt, jeder Prompt werde „täglich geprüft“, und zwar aus Sicht von Personas, die auf dein Unternehmen zugeschnitten sind.
Die Quellenanalyse ist für PR-Teams der nützlichste Teil. Sie zeigt, welche Artikel, Foren oder Websites ein Modell heranzieht, wenn es über deine Branche spricht. Genau dort setzt Pressearbeit an. Erscheint ein Fachmagazin immer wieder als Quelle, ist ein Interview dort mehr wert als zehn Posts auf deinem eigenen Profil. Das Tool liefert dir die Liste, die Gewichtung bleibt deine Entscheidung.
Bei großen Listening- und Medienbeobachtungs-Anbietern steckt die KI-Messung meist in einem eigenen Modul. Die folgende Übersicht fasst zusammen, was die Anbieter auf ihren Seiten belegen:
| Tool | Funktion laut Anbieter | Modelle | Wie gebucht |
|---|
| Hootsuite | LLM Insights | ChatGPT, Gemini, Perplexity, Claude | in Lumen by Talkwalker oder als Add-on zu Hootsuite Lumen |
| Talkwalker | LLM Insights | nicht einzeln genannt | ab Plan Core |
| Meltwater | GenAI Lens | nicht einzeln genannt | in allen Plänen |
| Sprinklr | LLM Insights | ChatGPT, Gemini, Perplexity u. a. | Paketzuschnitt nicht veröffentlicht |
| Brand24 | AI-Visibility-Modul, Produkt Chatbeat | ChatGPT, Claude, Gemini, Perplexity u. a. | Add-on, in Enterprise enthalten |
| Cision | Trajaan Search Intelligence | Large Language Models | Zusatzprodukt |
| Brandwatch | Trajaan | LLMs | eigenes Produkt mit Demo |
| pressrelations | GEO-Monitoring in NewsRadar | ChatGPT, Claude, Gemini | seit Sommer 2026 |
| ARGUS | AI Brand Intelligence | nicht genannt | separat buchbar |
| Planable | AI-Visibility-Block | Daten von SE Ranking | im Analytics-Add-on |
| Determ | AI Visibility | ChatGPT, Gemini, Google AI Overviews u. a. | eigenes Produkt ab 67 EUR, auch ohne Determ-Abo |
Planable fällt aus der Reihe. Das Tool ist eigentlich für Planung gebaut und zeigt im Analytics-Add-on Erwähnungen und Links der eigenen Domain in KI-Antworten. Die Daten liefert laut Planable-Hilfe SE Ranking. Für ein kleines Team, das Planable ohnehin nutzt, ist das ein günstiger erster Blick; ein Ersatz für ein Listening-Modul mit Wettbewerbervergleich ist es nicht.
Wer klassische Medien und KI-Antworten zusammen beobachten will, findet bei pressrelations, Cision und ARGUS beides aus einer Hand. Mehr dazu auf unserer Seite zur Medienbeobachtung. Determ ist hier die Ausnahme mit öffentlichem Preis: Das Produkt AI Visibility kostet laut Anbieter ab 67 EUR im Monat vor Steuern. Nutzt dein Team bereits eines der Tools in der Tabelle, frag zuerst dort nach dem Modul, bevor du ein weiteres Werkzeug einführst.
Spezialisierte KI-Sichtbarkeits-Tools messen ausschließlich, wie Sprachmodelle über deine Marke antworten, und veröffentlichen ihre Preise. Klassische Quellen wie Social Media, News oder Blogs erfassen sie laut unserer Faktensammlung nicht. Die Unterschiede laut Anbieterseiten, Stand Oktober 2026:
| Tool | Modelle laut Anbieter | Preis ab | Datenstandort | MCP |
|---|
| Otterly.AI | ChatGPT, AI Overviews, Perplexity, Copilot; AI Mode, Gemini, Claude als Add-on | 29 USD/Monat | Frankfurt, Monitoring-Daten USA | ab Standard (189 USD) |
| Rankscale | ChatGPT, Perplexity, AI Mode, AI Overviews, Gemini, Claude, Copilot, DeepSeek, Mistral u. a. | 17 USD/Monat, nur jährlich | USA (Google Cloud) | alle Pläne, Beta |
| Peec AI | 3 je Plan aus ChatGPT, AI Mode, AI Overviews, Copilot, Gemini, Naver AI | 85 EUR/Monat | Google Cloud, Region nicht genannt | alle Pläne |
| Ahrefs Brand Radar | AI Overviews, AI Mode, ChatGPT, Perplexity, Gemini, Copilot, Claude | in Ahrefs Lite ab 119 EUR/Monat | nicht genannt | Ahrefs-MCP ab Lite |
Otterly.AI aus Persenbeug und Rankscale aus Wien sind österreichische Anbieter, Peec AI sitzt in Berlin, Ahrefs in Singapur. Einen öffentlichen Auftragsverarbeitungsvertrag belegt nur Peec AI. Ahrefs Brand Radar hebt sich durch einen Index von über 480 Mio. Prompts ab, mit dem du beliebige Marken ohne eigenes Setup vergleichst. Testen kannst du Otterly.AI und Rankscale laut Anbieter 7 Tage, Peec AI ohne angegebene Dauer, Ahrefs bietet keine Testversion.
Auf die Kontingente kommt es an. Otterly.AI Lite enthält 15 Prompts und keinen MCP-Zugang, Peec AI Starter 50 Prompts mit 3 Modellen, Ahrefs Lite nur 5 eigene KI-Prompts. Rankscale rechnet nach Credits, und der günstigste Plan Essentials kommt ohne Sentiment. Rechne deshalb mit dem Plan, der deine Prompts und Modelle wirklich abdeckt.
Wo liegen die Grenzen der Messung?
Die Messung der KI-Sichtbarkeit ist eine Stichprobe und keine Vollerhebung. Ein Tool prüft die Prompts, die du oder der Anbieter festlegen. Was Menschen tatsächlich in ChatGPT eintippen, sieht kein Anbieter.
Dazu kommt die Schwankung. Ein Sprachmodell kann auf dieselbe Frage unterschiedlich antworten, je nach Formulierung, Gesprächsverlauf und Modellversion. Ein einzelner Messpunkt sagt deshalb wenig. Aussagekräftig wird die Kennzahl erst über viele Prompts und mehrere Wochen. Cision nennt für Trajaan ausdrücklich Tausende Prompts, pressrelations misst täglich.
Auch der Traffic hilft nur begrenzt. Laut Google Search Central erscheinen Klicks aus AI Overviews und AI Mode in der Search Console im Leistungsbericht unter dem Suchtyp „Web“. Getrennt ausgewiesen werden sie dort nicht. Ob ein Besuch aus einer KI-Antwort kam, kannst du in diesem Bericht also nicht ablesen.
Unser Rat: Behandle die KI-Sichtbarkeit wie eine Trendkurve. Vergleiche Wochen und Monate miteinander, nicht einzelne Antworten, und lies bei jedem Wert nach, aus welchen Prompts er stammt. Eine Zahl ohne Quelle und Prompt-Liste ist für eine Entscheidung zu dünn.
Achte bei einem AI Visibility Tool zuerst darauf, welche Modelle es abfragt und ob du die Prompts selbst bestimmen kannst. Ein Wert für ChatGPT allein bildet nur einen Teil ab, wenn deine Zielgruppe auch Perplexity oder Gemini nutzt.
Prompts selbst steuern. Frag in der Demo, ob du eigene Prompts anlegen und in Sets ordnen kannst. pressrelations nennt eine eigene Prompt-Bibliothek, Sprinklr leitet Prompts aus Kundengesprächen ab.
Quellen anzeigen lassen. Ein gutes Tool zeigt, welche Seiten ein Modell zitiert. Sprinklr, Cision und pressrelations nennen die Quellenanalyse ausdrücklich.
Deutsch testen. Deutsch als Sprache der KI-Messung nennt in unserer Faktensammlung nur ARGUS, neben Englisch, Französisch und Italienisch. Bei allen anderen solltest du mit deutschsprachigen Prompts testen, bevor du unterschreibst.
Add-on einrechnen. Bei Brand24, Cision, ARGUS und Planable ist die Funktion laut Anbieter ein Zusatz, bei Hootsuite hängt sie an Lumen. Meltwater nennt sie in allen Plänen, verlangt aber in der Regel 12 Monate Mindestlaufzeit. Bei Spezial-Tools kosten Modelle oft extra: Otterly.AI verkauft Gemini und Claude als Add-on, Peec AI aktiviert 3 Modelle je Plan.
Datenstandort prüfen. Rankscale hostet laut Datenschutzerklärung in den USA, Otterly.AI speichert die Monitoring-Daten dort. Peec AI und Ahrefs nennen keine Region.
Wettbewerber vergleichen. Ein Wert für deine Marke allein sagt wenig. Hootsuite nennt Share of Voice gegenüber Wettbewerbern, pressrelations zeigt, welche Wettbewerber neben dir erscheinen.
Wenn du noch kein Monitoring-Tool hast, beginne bei den Social Media Monitoring Tools oder im Tool-Finder.
Auf dieser Liste steht jedes Tool aus unserer Faktensammlung, bei dem das Monitoring von KI-Antworten laut Anbieter belegt ist, auch als Add-on oder eigenes Produkt. Sortiert wird nach dem Monitoring-Score aus unserer Methodik. Funktionen, die es nur als Add-on gibt, zählen dort halb.
Der Score bewertet das Monitoring insgesamt. Das größte Kriterium ist die Quellenabdeckung mit Social Media, News, Blogs, Print und Bewertungen. Die KI-Sichtbarkeit selbst ist nur ein einzelner Prüfpunkt im Kriterium Alerts & Suche. Spezialisierte Tools wie Otterly.AI, Rankscale, Peec AI und Ahrefs Brand Radar belegen kaum klassische Quellen und erzielen deshalb niedrigere Werte. Ahrefs Brand Radar zeigt zwar zusätzlich die Sichtbarkeit auf YouTube, TikTok und Reddit als Beta, Social Listening im Sinn unserer Methodik ist damit aber nicht belegt. Über die Qualität der KI-Messung sagt ein niedrigerer Wert wenig. Lies die Reihenfolge deshalb als Hinweis auf das Gesamtpaket und vergleiche für die KI-Messung selbst Modelle, Prompts, Quellenanalyse und Datenstandort in den Tabellen oben.