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Ratgeber Fake News, Desinformation und Spam gegen Marken · Krise · 6 Min. Lesezeit

Fake News, Desinformation und Spam gegen Marken: erkennen und richtigstellen

Florian Hieß·Aktualisiert 16.10.2026
KURZ GESAGT

Fake News sind laut Bundeszentrale für politische Bildung gefälschte Nachrichten, die wie echte wirken. Von Desinformation spricht das BSI, wenn falsche Informationen gezielt verbreitet werden, um zu täuschen. Gegen deine Marke hilft dreierlei: Monitoring, das Fälschungen früh zeigt, eine sachliche Richtigstellung auf deinen eigenen Kanälen und Meldungen über die Meldewege der Plattformen, die der Digital Services Act vorschreibt. Ob ein Beitrag strafbar ist, klären Fachleute; deine Aufgabe ist die schnelle Richtigstellung.

Ein Screenshot macht die Runde: angeblich ein internes Schreiben deiner Geschäftsführung, das nie existiert hat. Gleichzeitig schreibt ein Profil mit deinem Logo unter deine Posts und bietet „Support“ per Direktnachricht an. Fake News, Desinformation und Spam treffen Politik und Prominente, und sie treffen Marken. Hier liest du, wie Behörden die Begriffe abgrenzen, woran du Bots und Fälschungen erkennst, wie du richtigstellst und wie du nach dem Digital Services Act meldest. Unser Urteil vorweg: Schnell richtigstellen und konsequent melden wirkt besser als Empörung. Wie du eine Krise insgesamt steuerst, beschreibt unser Ratgeber Krisenkommunikation; hier geht es um Fälschungen und Spam. Stand der Angaben: 16.10.2026, keine Rechtsberatung.

Was sind Fake News und Desinformation?

Fake News sind gefälschte Nachrichten, die den Eindruck erwecken, echte Nachrichten zu sein. So erklärt es die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) im Jungen Politik-Lexikon: Mit reißerischen Schlagzeilen, gefälschten Bildern und Behauptungen werden Lügen verbreitet. Kriminelle nutzen Fake News laut bpb auch für Betrügereien.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) trennt zwei Begriffe. Desinformation liegt vor, wenn falsche oder irreführende Informationen gezielt verbreitet werden, um Menschen bewusst zu täuschen. Entstehen sie ohne Täuschungsabsicht, etwa durch mangelnde Recherche oder Missverständnisse, spricht das BSI von Fehlinformation. „Der wesentliche Unterschied zwischen Fehlinformation und Desinformation besteht in der dahintersteckenden Täuschungsabsicht.“ Laut BSI verbreitet sich Desinformation in sozialen Medien besonders schnell, weil deren Funktionsweise auf dem Teilen von Beiträgen beruht. Fake Accounts und Social Bots nutzen die Algorithmen gezielt aus, um künstlich Reichweite zu erzeugen.

Das österreichische Bundeskanzleramt definiert Desinformation als „gezielte Verbreitung von Unwahrheiten mit der Absicht, einzelne Menschen oder Gruppen zu täuschen oder zu beeinflussen“. Für dein Team ist die Unterscheidung praktisch: Eine Fehlinformation korrigierst du freundlich, bei Desinformation rechnest du mit Gegenwehr und Wiederholung.

Welche Formen von Fake News und Spam treffen Marken?

Marken treffen vor allem falsche Behauptungen über Produkte und Unternehmen, gefälschte Profile, Betrug im Namen der Marke und massenhafter Kommentar-Spam. Diese Formen beschreiben offizielle Stellen:

FormBeschreibung laut Quelle
Falschmeldungerfundene Skandale, falsche Zahlen und Zitate ohne erkennbare Herkunft (bpb)
NachahmungTäuschung durch Nachahmung einer Person, um deren Ruf zu schädigen (Bundeskanzleramt)
Fake-ProfilPerson gibt vor, Führungskraft eines Unternehmens zu sein, ohne Nachweis (LinkedIn-Hilfe)
Betrug mit falschem Supportfalsche Kontaktdaten für den „Kundensupport“, um Bank- oder Zugangsdaten zu stehlen (YouTube-Richtlinie zu Spam)
Kommentar-Spamzahlreiche, sich wiederholende oder irreführende Kommentare (YouTube-Richtlinie zu Spam)
Social Botsautomatisierte Accounts, die massenhaft kommentieren und Meinungen verstärken (BSI)
Deepfakesmit KI gefälschte Ton-, Bild- und Videoaufnahmen (BSI)

Besonders gefährlich in jeder Krise sind falsche Support-Profile. Wer gerade ein Problem mit deinem Produkt hat, antwortet schnell auf jedes Profil, das Hilfe verspricht. Bei Dekontextualisierung, die das Bundeskanzleramt ebenfalls nennt, sind Zitate oder Bilder echt, stehen aber in einem falschen Zusammenhang. Prüf deshalb regelmäßig, ob Profile mit deinem Namen oder Logo auftauchen, und sag in Kommentaren offen, dass dein Support nie per Direktnachricht nach Passwörtern fragt.

Wie erkennst du Fake News und Bots gegen deine Marke?

Fake News und Bots gegen deine Marke erkennst du an der Herkunft, an fehlenden Belegen und an auffälligem Verhalten der verbreitenden Accounts. Das Bundeskanzleramt empfiehlt drei Prüffragen: Wer verbreitet die Information? Was sind die Belege, gibt es eine Quelle? Was sagen andere Medien dazu?

Für Social Bots nennt das BSI Hinweise, aber ausdrücklich keine Beweise: das Alter des Accounts, die Zahl der Beiträge pro Minute oder pro Tag, die Verbreitung gleichartiger Inhalte und kurze Zeiträume mit gesteigerter Aktivität. Das Bundeskanzleramt ergänzt einen auffälligen Sprachstil und thematisch immer gleiche Inhalte.

Damit du solche Muster überhaupt siehst, brauchst du Monitoring über deine eigenen Kanäle hinaus. Beobachte Markenname, Namen der Geschäftsführung und Produktnamen und setze Alerts auf plötzliche Ausschläge. Gefälschte Bilder mit deinem Logo findest du nur mit Bilderkennung, die nicht jedes Tool hat. Leg zusätzlich eine Suche für Begriffe wie „Fake“, „Betrug“ oder „gefälscht“ zusammen mit deiner Marke an. Hinweise aus der Community sind oft der schnellste Alert. Wie du die Stimmung in den Treffern liest, erklärt der Ratgeber Sentimentanalyse.

Wie reagierst du auf Fake News über dein Unternehmen?

Auf Fake News über dein Unternehmen reagierst du mit einer kurzen, belegten Richtigstellung auf deinen eigenen Kanälen und verweist überall auf diese eine Quelle. Die IHK München schreibt, dass klare Krisenkommunikation das Vertrauen stärkt und „die Gerüchteküche“ beruhigt.

So gehst du vor:

  1. Sichern: Screenshots mit Datum, Link und Account, bevor Beiträge verschwinden.
  2. Bewerten: Wie weit hat sich die Falschmeldung verbreitet? Eine Richtigstellung kann ein Gerücht auch erst bekannt machen.
  3. Richtigstellen: Fakten, Beleg und Ansprechpartner, ohne die falsche Behauptung in der Überschrift zu wiederholen.
  4. Vorbeugen: Das Bundeskanzleramt empfiehlt Prebunking: zu zeigen, wie Desinformation funktioniert, bevor sie sich verbreitet. Für Marken heißt das, früh zu sagen, über welche Kanäle du offiziell kommunizierst.

Bleibt eine Falschmeldung stehen, kommen laut IHK Nord Westfalen rechtliche Schritte in Betracht, etwa wenn krasse Falschmeldungen nicht korrigiert werden. Das Strafrecht kennt dafür eigene Tatbestände:

NormInhalt laut Gesetz
§ 152 StGB (AT) Kreditschädigungwer unrichtige Tatsachen behauptet und dadurch den Kredit, den Erwerb oder das berufliche Fortkommen eines anderen schädigt oder gefährdet
§ 187 StGB (DE) Verleumdungwer wider besseres Wissen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, die geeignet ist, unter anderem den Kredit zu gefährden

Ob das in deinem Fall greift, klärt eine Anwältin oder ein Anwalt.

Wie meldest du Spam und Fake-Profile?

Spam und Fake-Profile meldest du über die Meldefunktion der jeweiligen Plattform; der Digital Services Act (DSA) verpflichtet alle Dienste, einfache und zugängliche Meldeverfahren anzubieten. So erklärt es die österreichische Regulierungsbehörde RTR. Die Plattform muss deine Meldung prüfen und gegebenenfalls rechtswidrige Inhalte entfernen oder sperren.

Bist du mit der Entscheidung nicht einverstanden, nennt die RTR drei weitere Schritte: Beschwerde über das interne Beschwerdemanagementsystem der Plattform, eine zertifizierte außergerichtliche Streitbeilegungsstelle (in Österreich die RTR) und eine Beschwerde bei der KommAustria als Koordinator für digitale Dienste. In Deutschland ist der Koordinator bei der Bundesnetzagentur angesiedelt.

Für einzelne Plattformen gilt:

  • LinkedIn: Im Profil über „Mehr“ die Option „Melden oder Blockieren“ wählen, dann „Diese Person gibt sich als jemand anderes aus“ oder „Bei diesem Konto handelt es sich nicht um eine echte Person“. Gemeldete erfahren laut LinkedIn nicht, wer gemeldet hat.
  • YouTube: Verstöße gegen die Spam-Richtlinie meldest du einzeln oder, bei vielen Kommentaren desselben Kanals, gleich den ganzen Kanal.

Laut Europäischer Kommission kann ein Unternehmen auch Trusted Flagger werden; dessen Meldungen behandeln Plattformen bevorzugt. Dokumentiere jede Meldung mit Datum, damit du später nachweisen kannst, wann du die Plattform informiert hast.

Welche Tools helfen gegen Fake News und Spam?

Gegen Fake News und Spam helfen Monitoring-Tools mit Alerts und Bilderkennung sowie Inbox-Tools, in denen du Kommentare über alle Kanäle moderierst. Diese Funktionen nennen die Anbieter (Stand Oktober 2026):

ToolFunktion laut AnbieterHinweis
CisionKI-gestützter React Score erkennt potenziell kritische Inhalte wie Fake News und Desinformation, Push-AlertsPreise auf Anfrage
BrandwatchErkennung von Logos, Objekten und Szenen in Bildern, Echtzeit-WarnungenPreise auf Anfrage
YouScanLogo-Erkennung und Texterkennung in Bildern, AlertsBildanalyse als Zusatzmodul
Adhookzentrales Postfach für Kommentare, Erwähnungen und Nachrichten aus vielen NetzwerkenPreise auf Anfrage

Weitere Tools vergleichst du unter Social-Media-Monitoring-Tools im Vergleich. Wie du Hasskommentare moderierst, steht im Ratgeber Community Management.

Unser Rat: Lass das Tool Treffer vorsortieren, entscheide aber selbst. Ob ein Beitrag Satire, Fehlinformation oder gezielte Desinformation ist, hängt laut BSI an der Absicht dahinter; diese Einschätzung bleibt Aufgabe deines Teams.

Passende Tools aus unserem Vergleich

8,0/ 10

Adhook

All-in-One-Plattform für Social-Media-Management, die organisches Publishing, Werbeanzeigen (Social und Google Ads), Reporting, Moderation und Social Listening für Teams, Marken und Kanäle in einem Tool bündelt.

Preis auf Anfrage

7,0/ 10

Brandwatch

Enterprise-Suite für Consumer Research/Social Listening (Brandwatch Consumer Research) und Social Media Management mit Publishing, Engagement, Werbeanzeigen, Benchmarking und Influencer Marketing.

Preis auf Anfrage

6,6/ 10

Cision

KI-gestützte PR- und Kommunikationsplattform CisionOne mit Medienbeobachtung über Online, Print, TV, Radio, Podcasts und Social Media, Medienanalyse, Journalisten-Datenbank und Social Listening; dazu Pressespiegel und Medienanalysen als Dienstleistung (Cision Insights). In DACH seit Juli 2024 vertrieben über die Cision Germany GmbH.

Preis auf Anfrage

7,4/ 10

YouScan

KI-gestützte Social-Listening-Plattform mit Bildanalyse (Visual Insights), Audience Insights und KI-Agent Insights Copilot für Marken, Agenturen und Marktforschung.

ab € 499/Monat

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Fake News und Desinformation?

Fake News sind laut bpb gefälschte Nachrichten, die wie echte Nachrichten wirken. Desinformation ist laut BSI die gezielte Verbreitung falscher oder irreführender Informationen, um Menschen zu täuschen. Fake News können also ein Mittel der Desinformation sein. Entscheidend für Desinformation ist die Täuschungsabsicht, unabhängig davon, ob Text, Bild oder Video verbreitet wird.

Was ist der Unterschied zwischen Desinformation und Fehlinformation?

Der Unterschied zwischen Desinformation und Fehlinformation liegt in der Absicht. Desinformation wird laut BSI gezielt verbreitet, um zu täuschen. Fehlinformation entsteht ohne Täuschungsabsicht, etwa durch mangelnde Recherche, falsche Interpretation von Fakten oder Missverständnisse. Für dein Social-Media-Team heißt das: Fehlinformationen korrigierst du freundlich, bei Desinformation rechnest du mit Wiederholung.

Wie erkenne ich Social Bots?

Social Bots erkennst du an Hinweisen, die laut BSI keine eindeutigen Beweise sind: junges Account-Alter, viele Beiträge pro Minute oder Tag, gleichartige Inhalte und kurze Phasen mit sehr hoher Aktivität. Das österreichische Bundeskanzleramt nennt zusätzlich einen auffälligen Sprachstil und thematisch immer gleiche Inhalte. Prüfe mehrere Merkmale, bevor du einen Account als Bot einstufst.

Was tun, wenn jemand Fake News über mein Unternehmen verbreitet?

Wenn jemand Fake News über dein Unternehmen verbreitet, sicherst du Belege, prüfst die Reichweite und veröffentlichst eine kurze Richtigstellung mit Fakten auf deinen eigenen Kanälen. Melde die Beiträge über die Meldefunktion der Plattform. Laut IHK Nord Westfalen kommen rechtliche Schritte in Betracht, wenn krasse Falschmeldungen nicht korrigiert werden; dafür ziehst du Fachleute hinzu.

Ist das Verbreiten von Fake News über ein Unternehmen strafbar?

Das Verbreiten von Fake News über ein Unternehmen kann strafbar sein. In Österreich erfasst § 152 StGB die Kreditschädigung durch unrichtige Tatsachenbehauptungen, in Deutschland § 187 StGB die Verleumdung, wenn jemand wider besseres Wissen Unwahres behauptet, das etwa den Kredit gefährdet. Ob ein konkreter Beitrag darunter fällt, klärt eine Anwältin oder ein Anwalt.

Wie melde ich ein Fake-Profil auf LinkedIn?

Ein Fake-Profil auf LinkedIn meldest du im Profil über „Mehr“ und „Melden oder Blockieren“. Dort wählst du „Diese Person gibt sich als jemand anderes aus“ oder „Bei diesem Konto handelt es sich nicht um eine echte Person“. Laut LinkedIn erfahren gemeldete Mitglieder nicht, wer die Meldung gemacht hat, und LinkedIn handelt bei einem Verstoß gegen die Richtlinien.

Was ist Kommentar-Spam?

Kommentar-Spam sind zahlreiche, sich wiederholende oder irreführende Kommentare, die Traffic oder Interaktionen erzeugen sollen. So definiert es die YouTube-Richtlinie zu Spam, etwa bei identischen Nachrichten unter Hunderten Videos. Auf YouTube kannst du Kommentare mit gesperrten Wörtern oder Links zurückhalten und bei vielen Spam-Kommentaren den ganzen Kanal melden.

Was regelt der Digital Services Act bei Meldungen?

Der Digital Services Act verpflichtet Online-Dienste, einfache und zugängliche Meldeverfahren anzubieten, Meldungen zu prüfen und rechtswidrige Inhalte gegebenenfalls zu entfernen. So fasst es die RTR zusammen. Gegen Entscheidungen gibt es ein internes Beschwerdesystem und eine außergerichtliche Streitbeilegung. Beschwerden über Verstöße nimmt in Österreich die KommAustria entgegen.

Was ist ein Trusted Flagger?

Ein Trusted Flagger, auf Deutsch vertrauenswürdiger Hinweisgeber, ist eine anerkannte Organisation, deren Meldungen Plattformen nach dem Digital Services Act bevorzugt behandeln müssen. Laut RTR sind das Organisationen mit besonderer Expertise, etwa für Hassrede oder Urheberrechtsverletzungen. Die Europäische Kommission nennt die Rolle ausdrücklich auch als Möglichkeit für Unternehmen.

Was ist Prebunking?

Prebunking bedeutet, Menschen zu zeigen, wie Desinformation funktioniert, bevor sie sich verbreitet. Das österreichische Bundeskanzleramt beschreibt es als Weg, Desinformation frühzeitig zu erkennen und abzuwehren, statt sie erst danach zu bekämpfen. Für Marken heißt das, früh und deutlich zu sagen, über welche Kanäle und Profile sie offiziell kommunizieren.

Welche Tools erkennen Fake News über Marken?

Fake News über Marken erkennen Monitoring-Tools mit Alerts und, bei gefälschten Bildern, mit Bilderkennung. Cision nennt einen KI-gestützten React Score für kritische Inhalte wie Fake News, Brandwatch und YouScan erkennen laut Anbieter Logos in Bildern (Stand Oktober 2026). Ob ein Treffer falsch ist, bewertet am Ende immer ein Mensch.